Plötzlich zuckerfrei? Wie wird dein Umfeld reagieren?

Plötzlich zuckerfrei! Wie werden Familie, Freunde und ArbeitskollegInnen reagieren?

25. Mrz 2021 | Motivation

Du hast dich entschieden, auf Zucker zu verzichten oder zumindest deinen Zuckerkonsum massiv zu reduzieren. Du hast vielleicht bereits die ersten Schritte unternommen. Oder aber du zögerst noch, weil du dumme Bemerkungen aus deinem Umfeld befürchtest. Werden sie dich unterstützen? Belächeln? Hinterfragen? Dich demotivieren?

Diese Bedenken sind durchaus begründet. Weisst du, warum du dir diese Gedanken überhaupt machst? Weil es nicht das erste Mal in deinem Leben ist, dass du etwas an dir veränderst, das dein Umfeld wahrnimmt. Du hast dir die Haare von lang auf kurz geschnitten oder bist von Brünette auf Blond transformiert, dir einen Bart wachsen lassen (die Männer in der Runde natürlich), deinen Kleidungsstil geändert, die Musikrichtung gewechselt, einen neuen Freund oder Freundin deiner Clique vorgestellt, deine Einstellung in welcher Hinsicht auch immer geändert. Ich bin mir sicher dir fallen noch viele weitere Situationen aus deinem Leben ein.

Wir sind geprägt von Erfahrungen, die wir in unserem bisherigen Leben gemacht haben. Dumme Sprüche oder demotivierende Kommentare brennen sich leider meist mehr in unser Gedächtnis, als die guten und wohlgemeinten. Und genau diese Erinnerungen können uns daran hindern etwas Neues zu wagen.


Die vielleicht unbegründete Angst vor negativen Reaktionen

Es ist manchmal erstaunlich wie selbstverständlich wir mit Feedback konfrontiert werden, ohne danach gefragt zu haben. Klar freuen wir uns über spontane Komplimente wie zum Beispiel zu unserer neuen Frisur oder eine gute Arbeit die wir abgeliefert haben. Auch ehrliche und konstruktive Kritik kann durchaus hilfreich sein. Aber auf ungefragte Kommentare wie beispielsweise diese hier können wir sehr gut verzichten:

  • “Schon wieder eine neue «Diät»?” (PS: Zuckerfrei essen ist keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung)
  • “Zum wievielten Mal versuchst du mit dem Rauchen aufzuhören?”
  • “Seit wann interessierst du dich denn für Nachhaltigkeit?”
  • “Machst du mal wieder einen neuen Trend mit!”

Ja, diese Kommentare gibt es. Und davor fürchten wir uns. Wir möchten nicht, dass andere uns in unserem Vorhaben kritisieren. Wir brauchen Unterstützung und motivierende Worte. Eine Ernährungsumstellung ist per se nicht einfach! Und komplett auf Zucker zu verzichten schon gar nicht. Umso demotivierender können unschöne Bemerkungen sein.

Deine Erfahrungen sollten dich aber nicht daran hindern, dich zu verändern. Alte Geschichten müssen sich nicht wiederholen. Diese Erlebnisse auf das hier und jetzt zu projizieren wäre falsch. Darum spiele ich mit dir nun ein positiv-thinking-Spiel.
Überleg mal wie du dich fühlen würdest, wenn die Reaktionen so sind:

  • “Super, dass du dir Gedanken zu deiner Gesundheit machst und etwas unternimmst.” (Motivation)
  • “Hey cool, ich esse auch zu viele Süssigkeiten. Ich mach gleich mit dir mit!” (Begeisterung)
  • “Oh wow! Das ist echt hart. Ich könnte das nie! Dafür liebe ich Schokolade zu sehr…” (Bewunderung)
  • “Ach, das ist ja interessant. Was ist denn dein Grund für diesen Wandel?” (Interesse)

Das wären doch richtig schöne und tolle Rückmeldungen, die dich in deinem Vorhaben zuckerfrei zu werden total motivieren würden, oder? Und ich bin mir ganz sicher, dass dein nahes Umfeld hauptsächlich positiv reagieren wird. Und wenn nicht, würde ich mir ehrlich überlegen, mit wem du deine Zeit verbringst und in Zukunft verbringen möchtest…

Bevor ich auf die möglichen Reaktionen deines Umfeldes eingehe, möchte ich mich mit dir als allererstes über dein WARUM unterhalten. Denn das ist die Basis von allem. Danach vertiefen wir uns in die einzelnen Personengruppen und schauen, was genau bei den einzelnen Gruppen passieren könnte. Welchen Einfluss hat deine Zuckerfreiheit auf andere und welche Rolle das überhaupt spielt.

Verschaffe dir Klarheit WARUM du zuckerfrei werden möchtest

Die aus meiner Sicht absolut wichtigste Frage, über die du dir klar werden solltest, ist dein WARUM. Was sind deine Beweggründe, dass du dich für eine zuckerfreie Ernährung entschieden hast oder darüber nachdenkst?

Ist es weil du…

… dich generell gesünder ernähren möchtest?

… der Arzt dir geraten hat, weniger Zucker zu essen?

… dich ständig schlapp fühlst?

… das Gefühl hast, zuckersüchtig zu sein?

… darüber gelesen hast, Zucker ist ungesund?

… abnehmen möchtest – und zwar langfristig?

… dein Immunsystem stärken möchtest?

… testen willst, wie du dich in einer zuckerfreien Ernährung fühlst?

Dies alles können super Gründe sein, warum du dich für diesen Schritt entschieden hast. Was auch immer deine Beweggründe sind. Am Ende hat es immer mit DIR zu tun. Eine Ernährungsumstellung machst du nicht deiner Familie, deinen Freunden oder Arbeitskollegen zuliebe. Du machst es für DICH! Ganz alleine für dich.

Dieses WARUM solltest du immer vor deinem inneren Auge aufleuchten lassen, wenn eine Situation schwierig wird. Denn dieser Grund hilft dir in allen Situationen. Wenn du dir über dein WARUM im Klaren bist, dann wird dich das auf deinem Weg stärken.

Wie deine Familie von deiner Zuckerfreiheit beeinflusst wird

Was genau befürchtest du, wenn du an deine Familie denkst? Dass sie nicht mitmachen werden oder das ganze doof finden und dich nicht unterstützen? Ich hoffe fest für dich, dass dem nicht so ist. Und wenn doch, dann schwamm drüber und zieh dein Ding durch!

Denke immer daran, dass du es für DICH machst. Du hast ein Ziel und dieses Ziel kannst nur du alleine erreichen. Du kannst hoffentlich auf die Unterstützung deiner Familie zählen, aber dass sie mitmachen werden, darauf kannst du dich nicht stützen. Denn deine Familie hat sich die Frage des Warum nicht gestellt. Du hast dich mit dem Thema zuckerfrei essen auseinandergesetzt, nicht sie. Versuche nicht andere auf Biegen und Brechen mit auf deinen Weg zu nehmen. Wenn es freiwillig passiert, umso besser. Zwingen kannst du niemanden.

Und es ist auch gar nicht nötig. Es ist ganz einfach im Alltag zuckerfrei zu leben, ohne dass gleich die ganze Familie mitmachen muss. Wen stört es, wenn du bei den Keksen keines nimmst, wenn du anstelle von Konfitüre deinen Fruchtaufstrich auf’s Brot streichst, wenn du Abends vor dem TV keine Schokolade oder Eiskugel isst, wenn du zum Kaffee eine Dattel naschst. Niemanden.

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Das wird sich für deine Familie im Wesentlichen ändern:
  • es gibt weniger Fertiggerichte
  • es wird frischer und gesünder gekocht
  • die Menüs werden kreativer und vielfältiger
  • es steht immer eine bunt gefüllte Fruchtschale bereit
  • du beteiligst dich nicht an der Schokolade (es bleibt mehr für die Familie ;-))
  • der Vorratsschrank beherbergt nun auch Medjol-Datteln
  • Nüsse finden Einzug in deinem Haushalt
  • Das Kochbuchregal bekommt frischen Wind
  • sie werden dich zufrieden und glücklich erleben

Das sind nur ein paar Veränderungen die eintreffen werden. Ich finde, diese Aussichten sind doch gar nicht so schlecht für deine Familie, oder? Ich wüsste nicht, wo und warum deine Familie daran etwas zu meckern haben könnte? Also, nur Mut und auf in dein zuckerfreies Leben!

So kann dich deine Familie unterstützen

Deine Familie kann dich unterstützen, indem sie dein Vorhaben akzeptiert und vor allem auch motiviert. Auch handfeste Taten spielen eine wichtige Rolle:

  • Keine Süssigkeiten im Haus liegen lassen
  • Die Süssigkeiten-Box im Schrank verstauen und nicht herumstehen lassen
  • Die Süssigkeiten-Box beim TV schauen nicht zum Sofa mitnehmen
  • Wer Süssigkeiten will, soll sich seine Portion für sich holen
  • Dich nicht immer fragen, ob du auch etwas Schokolade, Eis, Kekse möchtest
  • Die Früchteschale immer mit frischen und saisonalen Früchten füllen
  • Nach neuen Dessert Möglichkeiten ohne Zucker recherchieren
  • Alle Artikel die sie über zuckerfreie Ernährung in den Medien entdecken dir weiterleiten
  • Interesse an deinem Vorhaben zeigen, Fragen stellen
  • Beim Einkaufen auf die Zutatenliste schauen und zuckerfreie Produkte kaufen, wo möglich
  • Evtl. gar keine Süssigkeiten mehr kaufen

Du kannst diese Unterstützung auch verlangen. Teile deiner Familie mit, dass sie dich bitte nicht fragen werden, ob du auch etwas Süsses möchtest, wenn sie sich an der Süssigkeiten-Box bedienen. Oder bitte um Ihre Umsicht, die Süssigkeiten-Box nicht herumstehen zu lassen (out of sight out of mind!) usw.

Was hat sich in meiner Familie verändert

Zu Beginn habe ich meine Familie nicht eingeweiht. Ich habe es einfach für mich ausprobiert. Nach ein paar Tagen oder einer Woche (ich weiss es nicht mehr so genau) war ich so weit, meinen Versuch zuckerfrei zu leben zu kommunizieren. Ich wollte erst für mich herausfinden, ob ich es schaffen kann und wie es mir dabei geht. Ich habe meine Familie nie dazu genötigt, mit mir mitzumachen. Das ist mit der Zeit ganz automatisch passiert. Mein Mann isst mittlerweile auch viel weniger Süssigkeiten. Unsere 7-jährige Tochter ist sich dem Zuckerkonsum sehr bewusst und sie weiss ganz genau, dass Süssigkeiten ein Genussmittel ist. Natürlich darf sie ab und zu Süssigkeiten essen, aber alles im Mass und genussvoll. Ein Verbot bei Kindern ist im Übrigen nicht sinnvoll, das führt eher ins Gegenteilige. Sie isst zum Frühstück nun auch Porridge und zu den Zwischenmahlzeiten werden Früchte immer ohne Murren gegessen.

Die Essgewohnheiten meiner ganzen Familie haben sich durchwegs positiv verändert und das alles ganz ohne Zwang.

Wie werden deine Freunde reagieren?

Sollte sich ein FreundIn unschön über deine zuckerfreie Ernährung äussern, dann lass dich davon bitte nicht demotivieren. Erinnere dich an dein Warum, steh dafür ein und erkläre es ihnen. Es kann sein, dass nicht alle dich verstehen werden und sie es für völlig sinnlos halten. Diskussionen in diese Richtung lohnen sich nicht. Es ist pure Energieverschwendung. Hier kann ich dir nur raten, mach einfach weiter. Verfolge dein Ziel und lass dich von nichts und niemandem abhalten. Es ist DEIN Leben, DEIN Weg, DEINE Gesundheit.

Wie gehst du mit Einladungen um

Du warst der absolute Süssigkeiten-Tiger und alle kennen dich so? Du bist bekannt dafür, dass du immer einen Kuchen backst oder ein leckeres Dessert auftischst? Und deine Freunde geben sich besonders viel Mühe beim Nachtisch, wenn sie dich zum Essen einladen?

Hier gibt es nur eines. Kommunikation! Teile deinem Gastgeber frühzeitig mit, dass du dich zuckerfrei ernährst. Ich bin ganz sicher, dass der Gastgeber diese Information schätzt. Es ist doch viel blöder, wenn er oder sie ein schönes Dessert vorbereitet und im Laufe des Abends realisiert, dass du dich zuckerfrei ernährst. Diese Situation ist für beide sehr unangenehm. Kommunikation ist alles!

So haben meine Freunde reagiert

Zu Beginn haben auch nicht alle meine Freunde verstanden, warum ich diesen Weg gewählt habe. Es kamen aber zum Glück nie blöde Bemerkungen, eher Interesse über meine Beweggründe. Anfangs kam oft die Frage, wie lange ich dies durchziehen möchte. Meine Antwort lautete stets, ich weiss es nicht. Zurzeit bin ich mega happy damit, fühle mich extrem wohl und fitter und sehe keinen Grund, meinen zuckerfreien Weg zu verlassen. Heute, bald 3 Jahre später, stellt dies niemand mehr infrage. Im Gegenteil. Sie bestärkten mich sogar eine Weiterbildung als ErnährungsCoach zu machen und diesen Blog zu starten.
Wenn ich eingeladen bin, gibt es mittlerweile immer einen Nachtisch ohne Zucker. Würde ich Gluten nicht vertragen, dann wäre die Hauptspeise ja sicherlich auch nicht Spaghetti, oder?

Also keep cool. Deine wahren Freunde werden dich unterstützen und motivieren!

Sprüche deiner Arbeitskolleg:innen

Was könnten das denn für Sprüche sein? Du schaffst es eh nicht? Hast du wieder einmal eine neue «Diät» gefunden? Du würdest besser aufhören zu rauchen! (Wäre auch gut, aber hej, irgendwo muss man ja mal mit einem gesünderen Lebensstil starten, oder?).

Nun ernsthaft, was bedeuten dir die Meinungen deiner Arbeitskolleg:innen zu deinem privaten Leben? Ein Feedback zu deiner Arbeit kann durchaus sinnvoll sein. Aber auch da nur, wenn du sie nach deren Meinung fragst, oder? Ungefragte Kommentare sind so oder so nicht besonders willkommen.

Aus meiner Sicht musst du bei deinen KollegInnen deine Ernährungsumstellung gar nicht gross kommunizieren – wenn du nicht willst. Es ist dir überlassen, wen du einweihen möchtest und wen nicht.

Im Grossen und Ganzen kann ich mir nicht vorstellen, dass blöde Sprüche fallen werden. Ich würde mir da auch nicht zu viele Gedanken machen. Vor allem sollen dich solche diese Gedanken nicht von deinem Vorhaben abbringen lassen.

Positiv denken, dein Ziel konsequent verfolgen und lass dich nicht von längst vergangene Erlebnissen beeinflussen

Zuckerfrei essen ist eine Entscheidung, die du für dich alleine triffst. Du machst es nicht für deine(n) PartnerIn, Nachbarn, Freunde oder ArbeitskollegIn. Wenn du dein Warum kennst, kannst du viel selbstbewusster und plausibler anderen deine Beweggründe erklären – sofern du das überhaupt möchtest. Verschwende keine Zeit und Energie, andere für dein Vorhaben zu gewinnen. Der einzige Weg, wie du andere motivieren kannst, sind deine Erfolge. Du kannst ein Vorbild für dein Umfeld sein, sodass sie später vielleicht sagen, das will ich auch. Dann kannst du sie mit all deinen Erfahrungen unterstützen und wertvolle Tipps geben. So wie ich das hier für dich mit diesem Blog mache.

Lass dich nicht von negativen Erlebnissen leiten. Denke positiv und es wird alles gut kommen. Wenn du selbstsicher deine Entscheidung vertrittst, werden die Reaktionen bestimmt gut ausfallen.

Für den Fall, dass dir doch ein dummer Spruch um die Ohren geschlagen wird, sprich es direkt an. Frag nach dem Grund, warum er oder sie das soeben gesagt hat. Teile der- oder demjenigen mit, dass dich dieser Spruch verletzt hat und du dir wünschst, unterstützt zu werden. Bei ungewollten Kommentaren kannst du auch gerne sagen, dass du ihn/sie nicht nach seiner/ihrer Meinung gefragt hast. Sei schlagfertig oder stelle deine Ohren auf Taub. Das was dir besser liegt.

Ich hatte das Glück rundum unterstützt zu werden. Und dies nicht zuletzt, weil mir MEIN Grund, also das WARUM, sehr klar war und ich meine Entscheidung verständlich kommunizieren konnte. Ich wusste damals nicht, wohin mich die Reise führen wird. Dass ich so einen grossen Wandel durchleben werde, hätte ich in meinem Leben nicht gedacht. Und ich versichere dir, ich bereue keinen Moment!

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Mirjam Zindel - zuckerfrei essen

Mein Name ist Mirjam

Auf meinem Blog teile ich meine persönlichen Erfahrungen, Lieblings Rezepte und all mein Wissen über Zucker für deinen Weg in deine Zuckerfreiheit!

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